Gegen die Ducati-Fahrer des 3C-Racing Teams war in Assen kein Kraut gewachsen und Xavi Forés baute als Sieger des Superbike-Rennens seine Führung  in der Gesamtwertung der Top-Klasse aus. Nach einem Fehler von Titelverteidiger Markus Reiterberger (VanZon Remeha BMW) war der Weg frei für ein komplettes Ducati-Podium. Reiti hatte sich rundenlang ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Max Neukirchner (3C-Racing Team) um den zweiten Platz geliefert, aber in der vorletzten kam der Bayer zu weit nach außen. Der Schlenker kostete ihn vier Zehntel. Auf der verbleibenden Renndistanz war der Fehler nicht mehr auszumerzen. Stattdessen zog auch noch Lorenzo Lanzi an Reiterberger vorbei. Bester Honda-Fahrer wurde der einheimische Danny de Boer (Holzhauer Racing Promotion) auf dem siebten Platz. Er kam unmittelbar vor Matej Smrz (Yamaha Motor Deutschland) und Erwan Nigon (HPC-Power Suzuki Racing Team) ins Ziel. 

Das angesetzte zweite Rennen des Tages fiel dem Wetter zum Opfer. Über dem Circuit van Drenthe schüttete es am späten Nachmittag wie aus Eimern. Aus Sicherheitsgründen durfte niemand mehr auf die Strecke.

Markus Reiterberger:„Obwohl es für mich keinen Podestplatz gab, war es ein geiles Rennen. Mit Max Neukirchner hatte ich lange Zeit einen super Kampf um den zweiten Platz. Wir haben uns gegenseitig mehrmals überholt. Ich hätte im zweiten Lauf gerne noch ein paar andere Manöver probiert. Ich denke, dass ich dann vor ihm geblieben wäre.“

Mit Fabio Massei (EAB Racing Team) gewann ein Gastfahrer das Rennen in der Klasse Superstock 1000. Er bekam keine Meisterschaftspunkte. Die volle Ladung räumte Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer) ab. Es war sein zweiter Streich. In Schleiz hatte er den ersten Sieg erobert, in Assen folgte der zweite. Power-Lady Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) auf der HP4 kam hinter Vincon ins Ziel. Die Punkte für den dritten Rang kassierte Marco Nekvasil (Interwetten Racing by Fritze Tuning). Der Österreicher führt weiterhin souverän die Gesamtwertung an.

In der Klasse Supersport war Pepijn Bijsterbosch (Langenscheidt by Fast Bike Service) auf Yamaha war der große Gewinner des Tages. Dem Niederlänger gelang auf der Yamaha jeweils ein Doppelsieg auf seiner Heimstrecke vor seinem Teamkollegen Stefan Kerschbaumer aus Österreich. Im ersten der zwei ausgetragenen Läufe hatte zunächst Gastfahrer Wayne Tessels (Suzuki) die Führung übernommen. Mit Florian Alt (Freudenberg Racing Team) ließ sich im fünften Umlauf der nächste Gast ganz vorne blicken. Dem 18-jährigen ging in der zehnten Runde aber die Strecke aus. Er musste einen Riesenbogen machen, doch der Fahrfehler hatte Folgen: in Runde 11 rollte Alt mit einem Reifendefekt an die Box. Der Meisterschafts-Führende Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Shell Advance) aus der Schweiz wurde im ersten Rennen Dritter, im zweiten schoss ihn Bijsterbosch im Eifer des Startgefechts ins Abseits. Stamms Titelkonkurrent Marvin Fritz sammelte dadurch am Wochenende wesentlich mehr Punkte. Beide trennen nur noch vier Zähler voneinander.

Das Rennen in der Sidecar–Klasse geriet zur Wasserschlacht. Der Himmel öffnete die Schleusen und es regnete wie aus Eimern. Die WM-Gäste  Bennie Streuer/Geert Koerts hatten die sintflutartigen Verhältnisse auf dem Circuit van Drenthe am besten im Griff, weil sie auf der Strecke quasi zu Hause. Aus Sicherheitsgründen wurde das Rennen vorzeitig abgebrochen. Nach zehn von geplanten 14 Runden war Schluss. Die volle Punktzahl ging an die Zweitplatzierten Josef Sattler/Stefan Trautner, die sich damit den Titelverteidigern André Kretzer/Jens Lehnertz noch mehr näherten. Die beiden trennen jetzt nur noch zwei Meisterschaftszähler.

Fotos und Text: IDM-Superbike

   

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